Alles unter einem Dach: Umzug der Fotografie-Sammlung der Kunstbibliothek

Es kommt zusammen, was zusammen gehört – zumindest für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fotografie-Sammlung der Kunstbibliothek. Denn in den vergangenen Monaten wurde der Umzug des großen Archivbestands in das Museum für Fotografie in der Nähe des Bahnhof Zoo vollbracht.

Text: Christof Hannemann

Seit dem Jahr 2004 residiert das Museum für Fotografie im ehemaligen Landwehrkasino, das 1909 fertiggestellt wurde und bis zum Ersten Weltkrieg dem Offizierscorps der Landwehr-Inspektion Berlin als Restaurant, Gästeunterkunft und Raum für Festlichkeiten und Zerstreuung diente. Im Jahr 1950 erwarb der Senat von Berlin das im zweiten Weltkrieg beschädigte Gebäude und übergab es der Kunstbibliothek, die das Gebäude bis 1994 als Ausstellungshaus und anschließend als Depot und Werkstatt nutzte.

Zehn Jahre später erlebte das Wilhelminische Gebäude mit dem Einzug des Museums für Fotografie einen neuen Aufschwung. Knapp 1,7 Millionen fotografiebegeisterte Besucher wandelten seit der Neueröffnung in den Räumen des ehemaligen Kasinos.

Im Eingangsbereich der Villa Parey ist kaum noch Platz. Foto: Christof Hannemann, Staatliche Museen zu Berlin
Im Eingangsbereich der Villa Parey ist kaum noch Platz. Foto: Christof Hannemann, Staatliche Museen zu Berlin

Nun wird die umfassende fotografische Sammlung durch den Umzug des Archivbestands erstmals an einem Ort vereint. Die ehemaligen Räumlichkeiten in der Villa Parey in Tiergarten waren schon seit langer Zeit zu eng für das große Archiv geworden. Jedoch mangelte es bislang an einer Alternative für die Unterbringung, die den hohen konservatorischen Ansprüchen genügte.

Eine Augenweide
Die ehemaligen Kegelbahnen im Untergeschoss des Landwehrkasinos boten sich zwar aufgrund der Größe an, aber das dort herrschende Raumklima wäre für die empfindlichen Fotografien, darunter auch Originale wie ein Porträt des Evolutionsforschers Charles Darwin von der britischen Fotografin Julia Margaret Cameron, nicht zu verantworten gewesen. Mit dem Bau einer Kühlzelle in den Räumen der Kegelbahnen wurden nun die optimalen Vorrausetzungen für das umfangreiche Archiv geschaffen: Lange Gänge und ein kühles Klima sind optimal für ein Stück Fotografie-Geschichte.

Umzugs-LKW wird im Hof der Villa Parey beladen. Foto: Christof Hannemann, Staatliche Museen zu Berlin
Umzugs-LKW wird im Hof der Villa Parey beladen. Foto: Christof Hannemann, Staatliche Museen zu Berlin

Auch die Restauratorin der Kunstbibliothek, Imke Henningsen, freut sich auf den Umzug: „Die imposante Eingangshalle des Museums für Fotografie mit den geschwungenen Treppenaufgängen ist schon eine Augenweide. Mit der Errichtung einer Restauratorenwerkstatt in diesem Gebäude ist nun endlich alles an einem Ort und wir können künftig Ausstellungen unter ganz neuen Bedingungen konzipieren.“

Zu den nächsten großen Ausstellungsprojekten im Museum für Fotografie gehören eine Schau mit Bildern des berühmten Filmregisseurs David Lynch sowie eine Ausstellung anlässlich des 100. Jahrestags der deutschen Novemberrevolution 1918.

Wo früher gekegelt wurde, lagert heute der kostbare Archivbestand. Foto: Christof Hannemann, Staatliche Museen zu Berlin
Wo früher gekegelt wurde, lagert heute der kostbare Archivbestand. Foto: Christof Hannemann, Staatliche Museen zu Berlin

Ähnliche Beiträge

kommentieren

Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *