Erste Blicke auf einen Neuzugang für die Terrasse der Neuen Nationalgalerie

Unsere Redakteurin Constanze von Marlin hat sich den spektakulären Transportflug von Robert Indianas großformatiger Skulptur „Imperial Love“ angesehen. Seit Mitte September steht die Pop Art Ikone nun vorübergehend im Hof des Hamburger Bahnhofs – Museum für Gegenwart – Berlin.

Eine großzügige Schenkung der Morgan Art Foundation an den Verein der Freunde der Nationalgalerie ermöglichte die Aufstellung von Robert Indianas großformatiger Skulptur „Imperial Love“ vor dem Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin. Doch seinen eigentlichen Standort hat das Kunstwerk damit noch nicht erreicht.

Zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie wird die fast fünf Meter breite und über vier Tonnen schwere Skulptur noch einmal umziehen und schließlich auf der Skulpturenterrasse des Hauses am Kulturforum ihren finalen Aufstellungsort finden. Die Terrasse der Neuen Nationalgalerie ist seit ihrer Eröffnung eine Präsentationsfläche für großformatige Skulpturen wie „Têtes et queue“ (1965) von Alexander Calder oder „Bogenschütze“ (1964) von Henry Moore, die bereits zur Eröffnung des Hauses dort dauerhaft aufgestellt wurden und nach der Instandsetzung wieder zurückkehren.

Titelbild: Robert Indiana: Imperial Love, 1966/2006. Donation of the Morgan Art Foundation to the Verein der Freunde der Nationalgalerie 2015 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / Morgan Art Foundation
Titelbild: Robert Indiana: Imperial Love, 1966/2006. Donation of the Morgan Art Foundation to the Verein der Freunde der Nationalgalerie 2015 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / Morgan Art Foundation

LOVE und gesellschaftliche Aufbruchsstimmung
Wie die beiden Skulpturen von Calder und Moore stammt auch Robert Indianas Entwurf zu „Imperial Love“ aus den 1960er Jahren, also der Bauzeit der Neuen Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe. Indianas Idee von 1966 wurde 2006 in Cortenstahl, einem wetterbeständigen Baustahl, realisiert. „Imperial Love“ ist eine Variation des Wortbildes LOVE durch eine gespiegelte Verdopplung der Buchstaben.

Als einer der Hauptvertreter der US-amerikanischen Pop Art wurde Robert Indiana, geboren 1928 in New Castle (Indiana) mit dem Werk LOVE aus den Buchstaben L und O, darunter V und E weltweit bekannt. Mitte der 1960er Jahre traf Indiana mit LOVE auf eine gesellschaftliche Aufbruchsstimmung. Sein Motiv vereinte Aspekte aus Kunst, Konsum, Religion, Politik und Sexualität und wurde zu einem weltweit bekannten Logo. Die Wort-Bild-Schöpfung fußt auch auf der Beschäftigung des Künstlers mit primären Zeichen wie Zahlen, Nummern und Buchstaben. Es geht um allseits bekannte Elementarzeichen, deren allgemeine Verständlichkeit gerade den ikonischen Wert des Kunstwerks ausmacht.

Titelbild: Robert Indiana: Imperial Love, 1966/2006. Donation of the Morgan Art Foundation to the Verein der Freunde der Nationalgalerie 2015 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / Morgan Art Foundation
Titelbild: Robert Indiana: Imperial Love, 1966/2006. Donation of the Morgan Art Foundation to the Verein der Freunde der Nationalgalerie 2015 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / Morgan Art Foundation

Erste Skulptur von Indiana in der Sammlung
In Zusammenhang mit den Vorbereitungen für eine Marsden Hartley Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie im Jahr 2014 stieß der Kurator Dieter Scholz auf die Bilderserie „Hartley Elegies“ von Robert Indiana, die den Blick auch auf dessen frühe Arbeiten lenkte. So gelangte die erste Skulptur von Indiana in die Sammlung der Nationalgalerie. Udo Kittelmann, der Direktor der Nationalgalerie, zeigte sich im September begeistert: „Wir freuen uns außerordentlich, dass auf Initiative der Nationalgalerie diese einzigartige Ikone der Pop Art dauerhaft in Berlin gezeigt werden kann.“

Titelbild: Robert Indiana: Imperial Love, 1966/2006. Donation of the Morgan Art Foundation to the Verein der Freunde der Nationalgalerie 2015 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / Morgan Art Foundation
Titelbild: Robert Indiana: Imperial Love, 1966/2006. Donation of the Morgan Art Foundation to the Verein der Freunde der Nationalgalerie 2015 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / Morgan Art Foundation

Die Präsentation der Skulptur ist auch ein Hinweis auf das 20-jährige Jubiläum des Hauses, das im November 1996 als Standort der Nationalgalerie seine Türen öffnete. Besucher können am kommenden Wochenende (5. und 6. November 2016) bei freiem Eintritt die Sammlung erkunden und Ihre Eindrücke mit dem Hashtag #20yearsoflove teilen.

Titelbild: Robert Indiana: Imperial Love, 1966/2006. Donation of the Morgan Art Foundation to the Verein der Freunde der Nationalgalerie 2015 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / Morgan Art Foundation

Text: schmedding.vonmarlin

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