Hochspannung im Museum. Die Stromversorgung in der Neuen Nationalgalerie

Die Neue Nationalgalerie ist eine Energiezentrale. Über die dort eingebaute Mittelspannungsstation werden das gesamte Kulturforum und die Staatsbibliothek mit Strom versorgt. Unsere Redakteurin Constanze von Marlin hat sich diesem Thema einmal näher gewidmet.

Die Bedeutung der Mittelspannungsstation in der Neuen Nationalgalerie liegt auf der Hand: für den Betrieb aller Institutionen am Kulturform ist eine dauerhaft sichere Stromversorgung notwendig. Bislang befand sich diese Starkstrom-Zentrale im Untergeschoss des Hauses.

Polizeieskorte und Schwertransporter
In Zukunft soll sie jedoch zwar ebenfalls unterirdisch, aber aus Sicherheitsgründen außerhalb des Mies-Baus angelegt werden. Wegen der Sanierung der Stahlbetonstruktur und der Neuorganisation der Raumnutzungen ist ein Rückbau der technisch veralteten Station zwingend erforderlich.

In einer nächtlichen Aktion wird die neue Mittelspannungsanlage für die Neue Nationalgalerie angeliefert. Foto: BBR / Thomas Bruns
In einer nächtlichen Aktion wird die neue Mittelspannungsanlage für die Neue Nationalgalerie angeliefert. Foto: BBR / Thomas Bruns

In der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 2017 wurde von einem Schwertransporter in Begleitung einer Polizeieskorte ein Fertigteilbau aus Beton angeliefert, in den zuvor eine neue technische Anlage zur Stromverteilung – die Interimsstation – eingebaut wurde.

Zwei 10.000-Volt-Kabel
Damit die 44 Tonnen schwere Interimsstation mittels eines Krans auf dem Gehweg an der Süd-Ost-Ecke des Museums abgeladen werden konnte, wurde nachts die Potsdamer Straße einseitig für einige Stunden gesperrt. Im März und April findet dann der Umschluss der Stromversorgung auf die temporäre Station statt – bei 10.000 Volt ein kompliziertes und aufwendiges Verfahren, das eine detaillierte Abstimmung des Prozesses erforderlich macht.

Wegen der notwendigen Versorgungssicherheit ist die Mittelspannungsanlage mit zwei 10.000-Volt-Kabeln an das Berliner Stromnetz angeschlossen, sollte ein Kabel ausfallen, kann die Stromversorgung immer noch über die zweite Leitung laufen. Genauso ist es auch für die Interimsstation geplant.

Foto: BBR / Thomas Bruns
Foto: BBR / Thomas Bruns

Stromversorgung fürs gesamte Kulturforum
Um den Weiterbetrieb der angeschlossenen Institutionen und den Baustrom für die Neue Nationalgalerie zu sichern, werden beide Kabel schrittweise umgeschwenkt. Zunächst wird also erst ein Kabel angeschlossen. Wegen der Prüfung und Überwachung der Schutztechnik dauert es drei bis vier Wochen, um die Interimsstation in Betrieb zu nehmen und im Anschluss auch das zweite Kabel zu verbinden.

Nach der Fertigstellung des Depotneubaus der Neuen Nationalgalerie wird die Station ein zweites Mal versetzt, voraussichtlich in 2018. In dem neu erstellten elektrischen Betriebsraum des Anbaus im Untergeschoss des Museums wird die Mittelspannungsanlage als endgültige, neue Station in zwei Teilabschnitten installiert, damit die Stromversorgung jederzeit mindestens über ein Kabel gesichert ist.

In einer nächtlichen Aktion wird die neue Mittelspannungsanlage für die Neue Nationalgalerie angeliefert. Foto: BBR / Thomas Bruns
In einer nächtlichen Aktion wird die neue Mittelspannungsanlage für die Neue Nationalgalerie angeliefert. Foto: BBR / Thomas Bruns

Text: schmedding.vonmarlin.

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