Kultur ermöglichen – Georg Fahrenschon von der Sparkassen-Finanzgruppe im Gespräch

Die Sparkassen-Finanzgruppe und die Staatlichen Museen zu Berlin haben Ihre Kooperation verlängert. Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, im Gespräch über kulturelles Engagement und persönliche Highlights.

Wie sieht der Alltag des Präsidenten des DSGV aus und womit beschäftigen Sie sich gerade?
Georg Fahrenschon: Unser Land verändert sich. Die Digitalisierung prägt den Alltag der Menschen, die Niedrigzinsen greifen in die Altersvorsorgekonzepte von Millionen Sparern ein, und der demografische Wandel verdichtet die wirtschaftliche Entwicklung auf die Ballungsräume. All das betrifft unsere 50 Millionen Kunden und unsere Träger, die Kommunen. Die 390 Sparkassen und die Landesbanken übernehmen deshalb in diesem Umfeld eine aktive Rolle bei der Vorsorge der Menschen, sorgen durch umfassende Finanzierungsleistungen für einen facettenreichen Mittelstand in Deutschland und engagieren sich flächendeckend für das gesellschaftliche Miteinander. Meine Aufgabe ist es, für die kundenorientierte Philosophie der Sparkassen-Finanzgruppe einzutreten, die Marke zu führen und in Berlin, Brüssel und Frankfurt aufzuzeigen, wo wir durch eine überbordende Regulierung in unserer Leistungsfähigkeit beschnitten werden.

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist Hauptförderer der Staatlichen Museen zu Berlin – weshalb dieses Engagement in den Bereichen Bildung und Vermittlung, Werbung und Ausstellungen?
Unser Engagement ist so vielseitig wie die Staatlichen Museen zu Berlin selbst: Mit der Förderung von herausragenden Ausstellungen unterstützen wir zum einen die einzelnen Häuser der Staatlichen Museen zu Berlin und ihre Sammlungen. Damit ermöglichen wir für das breite Publikum so spektakuläre Ausstellungen wie die gerade angelaufene Präsentation „China und Ägypten. Wiegen der Welt“. Es ist schön, dass diese Projekte auf ein so großes Interesse stoßen. Sehr gern engagieren wir uns auch dafür, kulturelle Inhalte vor allem jüngeren Menschen zu vermitteln. Dazu gehört zum Beispiel die Förderung des Studierendenprojektes „About the Museum“ oder Initiativen wie dieser Blog. Möglichst viele Menschen sollen Einblick in die Sammlungen und in den Museumsalltag bekommen. Ähnlich machen wir es im Finanzbereich. Angebote zur finanziellen Bildung wie der Sparkassen-Schulservice gehören seit Jahrzehnten zu unseren Leistungen für die Gesellschaft.

Haben Sie ein persönliches Lieblingsmuseum aus dem Verbund?
Ich bin ein großer Fan des Neuen Museums. Die restauratorische Leistung von David Chipperfield und seinem Team, sein behutsamer und gleichzeitig so mutiger und innovativer Umgang mit der historischen Bausubstanz ist einfach jedes Mal aufs Neue beeindruckend. Aber es gibt so viele herausragende Häuser, natürlich ist auch die Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe ein echtes Juwel. Ich bin auf ihre Wiedereröffnung gespannt und überhaupt auf die Gestalt des Kulturforums, das sich ja in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird.

Die Ausstellung „China und Ägypten“ ist derzeit eines der Highlights und wird von der Sparkassen-Finanzgruppe gefördert. Gibt es in der Ausstellung Themen oder Exponate, die Sie persönlich besonders interessieren?
Das Kapitel „Totenkult“ fand ich besonders faszinierend: Aus dem Alten Ägypten kennen wir die Sarkophage, und direkt gegenüber das kostbare und aufwändig gearbeitete „Jadegewand“ aus dem Alten China zu sehen, war wirklich eine Sensation!

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, und Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, in der Ausstellung „China und Ägypten. Wiegen der Welt“ im Neuen Museum © Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker
Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, und Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, in der Ausstellung „China und Ägypten. Wiegen der Welt“ im Neuen Museum © Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker

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