Was macht eigentlich … Gabriele Knapstein, Leiterin der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof

Bei den Staatlichen Museen zu Berlin arbeiten täglich hunderte MitarbeiterInnen daran, tolle Projekte auf die Beine zu stellen. Hier schauen wir ihnen über die Schulter. Dieses Mal: Gabriele Knapstein, Leiterin der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin.

Woran arbeiten Sie gerade?
Zur Zeit arbeite ich an drei Ausstellungsprojekten: dem Ausstellungs- und Konzertprojekt „Scores“ zum Thema der musikalischen Partitur in Zusammenarbeit mit Freunde Guter Musik Berlin, der Gruppenausstellung „Narrative Räume“, die ich gemeinsam mit Anna Catharina Gebbers kuratiere und die im März nächsten Jahres eröffnet, und an einer Präsentation für kommenden Mai anlässlich einer großzügigen Schenkung von Werken der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven an die Nationalgalerie.

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?
Es ist ein Multitasking-Berufsalltag zwischen Teambesprechung, wissenschaftlicher und kuratorischer Recherche für anstehende Projekte, Budgetplanung, Pflege von Kontakten mit Künstlerinnen und Künstlern, Galeristen und unseren vielfältigen Kooperationspartnern, bis hin zu Atelierbesuchen und allem anderen, was den Alltag eines mehr als 10.000 qm großen Ausstellungshauses betrifft.

Was mögen Sie am meisten an Ihrem Beruf?
Das Multitasking.

Und was am wenigsten?
Dass für das Schreiben von Texten meist am wenigsten Zeit bleibt.

Was ist das kurioseste oder aufregendste Erlebnis, das Sie mit Ihrem Job verbinden?
Der aufregendste Moment ist für mich immer die Platzierung der Werke im Raum. Vieles, was man plant, funktioniert auch in der Umsetzung, aber viele Entscheidungen müssen und können erst vor Ort während des Aufbaus der Ausstellung getroffen werden. Es ist ein Prozess des Ausprobierens, des Umhertragens der Werke, der Frage von Details bis hin zur Platzierung von Werkbeschriftungen, bis ein Raum am Ende stimmt.
Für Außenstehende mag es kurios erscheinen, aber mir ist es immer absolut wichtig, dass unsere Bruce Nauman-Skulptur in der letzten Halle der Rieckhallen bei aller Rohheit der Halle und Sperrigkeit der Skulptur regelmäßig von den Steinchen und Papieren gereinigt wird, die durch das Gitterrost ins Untergeschoss der Halle fallen. Darum kümmern sich unsere Restauratoren beim täglichen Rundgang und der Pflege der Werke, die wir gerade ausstellen.

Letzte Frage: Was würden Sie nachts allein im Museum tun?
Der Stille lauschen – denn so quirlig und lebendig es in unserem Museum tagsüber zugeht, worüber wir uns sehr freuen, so ruhig ist es nachts im Museum.

Titelfoto: © Staatliche Museen zu Berlin, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

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