Was macht eigentlich … Kristina Mösl, Restauratorin in der Alten Nationalgalerie

Bei den Staatlichen Museen zu Berlin arbeiten täglich hunderte MitarbeiterInnen daran, den Betrieb zu managen und tolle Projekte auf die Beine zu stellen. Hier schauen wir ihnen über die Schulter. Dieses Mal: Kristina Mösl, Restauratorin in der Alten Nationalgalerie.

Woran arbeiten Sie gerade?
Nach unserem großen, dreijährigen Forschungs- und Restaurierungsprojekt zu Caspar David Friedrichs Werken „Mönch am Meer“ und „Abtei im Eichwald“ arbeite ich nun an der Vorbereitung der Ausstellung „Kleine Meisterwerke“ mit über 100 klein- und kleinstformatigen Gemälden. Ein sehr, sehr reizvoller Kontrast.

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?
Bunt. Von Alltag kann man nicht wirklich sprechen. Jeden Tag kommen die unterschiedlichsten Themen auf: von wissenschaftlichen Anfragen aus dem In- und Ausland bis zu klimatechnischen Fragen im Haus. Von high bis low ist alles dabei und bildet die Untermalung der eigenen Tagesplanung für die längerfristigen restauratorischen Projekte.

Was mögen Sie am meisten an Ihrem Beruf?
Genau dieses. Die Kombination aus Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Und was am wenigsten?
Tja, manchmal auch genau dieses.

Was ist das kurioseste oder aufregendste Erlebnis, das Sie mit Ihrem Job verbinden?
Aufregend ist und bleibt die ganz enge, physische und damit auch geistige Nähe zum Original, die nur dieser Beruf bietet. Kuriose Situationen gibt es im Job darüber hinaus zur Genüge, zum Beispiel der Mitflug im Cockpit eines Frachtflugzeugs im Rahmen von Kurierfahrten. Während der Beschleunigung beim Start denkt man dann kurz: Augen auf bei der Berufswahl, und findet auch das großartig.

Letzte Frage: Was würden Sie nachts allein im Museum tun?
Ganz ehrlich: Diese Situation ist fast Alltag für mich. An ausgestellten Werken der Sammlung arbeiten wir ausschließlich außerhalb der Schließzeiten. Da ist es für mich fast prickelnder, mich während der Öffnungszeiten einmal im eigenen Haus unter den Publikumsverkehr zu mischen und die Sammlung mit den Augen eines Besuchers zu genießen.

Titelbild: Staatliche Museen zu Berlin, Juliane Eirich

2 Kommentare

  1. Josef Röckenschuss - 7. Februar 2017, 10:22 UHR

    Nochmals (zum wiederholten Mal) meinen Dank und meine Bewunderung für Ihre Wiederherstellung der beiden Caspar David Friedrich Werke!

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