Wunschführung im Bode-Museum: “Glut der Liebe”

Bei der Führung “Ihr Wunschbild” im Bode-Museum können die Besucher entscheiden, worum es geht: “Glut der Liebe” oder “Kunst aus dem Feuer”? Abgestimmt wird auf Facebook, die Museumspädagogin Sigrid Otto stellt hier die Themen schon mal vor. Ein Einblick ins Thema “Glut der Liebe”.

Entscheiden Sie selbst, welches Thema in der öffentlichen Führung “Ihr Wunschbild” am 31. Oktober um 15 Uhr im Bode-Museum behandelt wird: “Glut der Liebe” oder “Kunst aus dem Feuer“? Abgestimmt wird auf facebook.com/bodemuseum – hier ein näherer Blick auf die “Glut der Liebe”:

Francois Duquesnoy (1597-1643): Bogenschnitzender Amor, vor 1629. Foto: Jörg P. Anders
Francois Duquesnoy (1597-1643): Bogenschnitzender Amor, vor 1629. Foto: Jörg P. Anders

Wenn er nicht gewesen wäre, wäre den hochkarätigen Bewohnern des römischen Göterhimmels wohl so manches Herzeleid erspart geblieben: Denn mit Wonne verschießt dieser kleine Knabe seine Pfeile mitten ins Herz der von ihm Auserwählten und stiftet damit gern Unruhe. Hier ist der freche Schlingel gerade mitten in den Vorbereitungen seiner Mission zu sehen, denn geschickt fertigt er den perfekten Bogen, um künftig seine Pfeile noch gezielter aussenden zu können.

Leonhard Kern (1588-1662): Adam und Eva, um 1645/46. Foto: Antje Voigt
Leonhard Kern (1588-1662): Adam und Eva, um 1645/46. Foto: Antje Voigt

Der Sündenfall ist hier zu sehen, soviel ist klar. Aber was macht die Schildkröte zwischen den Füßen des schnauzbärtigen Adam? Wenn Sie sich für die Liebe entscheiden, erfahren Sie außerem, was diese aparte Elfenbeinschnitzerei mit dem Großen Kurfürsten zu tun hat und warum dieses Objekt dadurch besonders pikant wird.

Giovanni Battista und Domenico Tiepolo (1696-1770 und 1727-1804): Freskenzyklus aus dem Palazzo Volpato-Panigai in Nervesa, 1754. Foto: Antje Voigt
Giovanni Battista und Domenico Tiepolo (1696-1770 und 1727-1804): Freskenzyklus aus dem Palazzo Volpato-Panigai in Nervesa, 1754. Foto: Antje Voigt

Apoll lässt sich nicht aufhalten in seiner Begierde. Seine Beharrlichkeit, fast Unerbittlichkeit in seinem Drängen lassen bei der schönen Daphne Angst aufkeimen. Wer genau schaut, erkennt auf diesem Fresko auch den frechen Amor mit seinen Pfeilen. Schräg gegenüber an der Wand ist eine weitere dieser ovidschen Metamorphosen zu sehen; der lüsterne Gott Pan, der sich im Schilfgürtel versteckt, an dem gerade die von Angst vor Pan gepeinigte Nymphe Syrinx vorbeieilt.

Adriaen de Vries (1556-1626): Venus und Adonis, 1620/21. Foto: Antje Voigt
Adriaen de Vries (1556-1626): Venus und Adonis, 1620/21. Foto: Antje Voigt

Adonis hat ein Ziel. Er will zur Jagd. Und Venus will ihn davon abhalten, ahnt sie doch, dass er tödlich verwundet werden wird. Sie setzt all ihren Charme, ihre körperlichen Lockmittel ein, doch Adonis wird sich nicht aufhalten lassen. Eine perfekte Komposition, die viele Perspektive bietet.

Conrad Meit (1470/85-1550/51): Bildnisbüste des Herzogs Philibert II. von Savoyen, vor 1523/24. Foto: Antje Voigt
Conrad Meit (1470/85-1550/51): Bildnisbüste des Herzogs Philibert II. von Savoyen, vor 1523/24. Foto: Antje Voigt

So klein diese Büste auch ist, so sehr vermag sie von einer großen Sehnsucht zu berichten. Zu sehen ist Philibert der Schöne, der Gemahl Margarete von Österreichs, dem sie 1501 angetraut wurde und der nur drei Jahre später bereits verstarb. Erst viele Jahre später schnitzte Conrad Meid diese kleine Büste, die ob ihrer Lebendigkeit und Zugewandtheit überrascht.

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