Archäologie trifft Architektur im Ägyptischen Museum und Papyrussammlung

Erstmals haben das Ägyptische Museum und Papyrussammlung, die italienische Accademia Adrianea di Architettura e Archeologia Onlus und David Chipperfield Architects eine Workshopreihe organisiert, bei der Studierende in Architektur, Archäologie und Museum Design ausgebildet werden. Mit-Organisatorin Jessica Jancziak berichtet von der Veranstaltung.

In diesem Jahr fand vom 18.bis 24. April zum ersten Mal ein Workshop der Accademia Adrianea di Architettura e Archeologia Onlus in Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung sowie David Chipperfield Architects in Berlin statt. Die Akademie bietet ein jährliches Masterprogramm an, bei dem absolvierte Architekturstudenten aus der ganzen Welt in Architektur, Archäologie und Museum Design ausgebildet werden. Dabei haben die Studierenden die Möglichkeit, an einer Auswahl von zehn Workshops teilzunehmen, die über die ganze Welt verteilt veranstaltet werden. So gibt es Workshops nicht nur in Italien sondern unter anderemauch in New York, Istanbul, Valencia, Ägypten und sogar Iran.

Einführende Vorträge am ersten Tag, u. a. von unserer Direktorin Friederike Seyfried © Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / J. Jancziak
Einführende Vorträge am ersten Tag, u. a. von unserer Direktorin Friederike Seyfried
© Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / J. Jancziak

Rundum-Betreuung für die Teilnehmer
Auf der Museumsinsel und im Archäologischen Zentrum beherbergten wir im April mehr als 50 Studierende und ihre Tutoren sowie die Organisatoren des Masterprogramms. Innerhalb von fünf Tagen mussten die Studierenden Entwürfe für eine große Sonderausstellung im Neuen Museum und für ein Gebäude für Sonderausstellungen am Humboldt Forum entwickeln. Die kreative Arbeit an den Entwürfen fand in den Räumlichkeiten des Archäologischen Zentrums statt. Betreut und beraten wurden die Studierenden von ihren Tutoren und von Alexander Schwarz von David Chipperfield Architects. Für die fachliche Betreuung in ägyptologischen und archäologischen Fragen standen die Mitarbeiter des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung zur Verfügung. Darüber hinaus wurden international renommierte Architekten und Ausstellungsdesigner eingeladen, um den Studierenden Inspiration und Rat zu geben – insgesamt also eine Rundum-Betreuung, die für die Teilnehmer kaum Wünsche offen ließ. Neben der Arbeit an den Entwürfen und dem gegenseitigen Austausch stand auch ein Besuch aller Museen der Museumsinsel und der Humboldt-Box auf dem Programm. Eine abschließende Präsentation der Entwürfe der Studierenden fand im Gobelin-Saal des Bode-Museums statt.

Diskussion zwischen Studenten und Tutoren im Griechischen Hof des Neuen Museums über die zu konzipierende Ausstellung © Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / J. Jancziak
Diskussion zwischen Studenten und Tutoren im Griechischen Hof des Neuen Museums über die zu konzipierende Ausstellung
© Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / J. Jancziak

Am letzten Abend wurde die ganze Gruppe in die „Kantine“ des Büros von David Chipperfield Architects eingeladen, die für ihre gute Küche und ihr stylisches Interior bekannt ist. Dort wurden die glücklichen Gewinner des Berliner Workshops präsentiert, die meine Kollegin Anna Monte und ich als Organisatorinnen des Workshops küren durften.

Abschlusspräsentation der Entwürfe der Studenten im Gobelin-Saal des Bode-Museums © Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / C. Gentilini
Abschlusspräsentation der Entwürfe der Studenten im Gobelin-Saal des Bode-Museums
© Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / C. Gentilini

Zwischen Arbeit und Entspannung in Italien
Der Abschluss-Workshop des Programms unter dem Titel „Premio Piranesi_Prix de Rome“ fand vom 24. August bis 5. September in Tivoli in der Nähe der Villa Adriana und in Rom in der Casa dell’Architettura statt. Zum zehnten Mal in Folge erreichten hier Studierende ihren Master-Abschluss in dem berühmten Studienprogramm, während sich Bewerber aus der ganzen Welt für den elften Jahrgang zu qualifizieren versuchten. Die Anwärter stellten sich in Gruppen von vier bis sechs Personen der Herausforderung, innerhalb von nur zwei Wochen eine Therme innerhalb der Villa Adriana zu entwerfen und die Pläne am Ende einer ausgewählten Jury vorzustellen. Dabei wurden die Studierenden während der ganzen Zeit von einem internationalen Team von Tutoren betreut. Sie stammten unter anderem aus Italien, Deutschland, Rumänien, der Türkei und Iran. Jede Gruppe hatte zwei Betreuer, die für die Studierenden über eine eigene WhatsApp-Gruppe sogar nachts erreichbar waren – eine intensive Betreuung, die bei der großen Herausforderung des Bewerbungsverfahrens auch nötig war. Die zwei Wochen waren für alle Beteiligten eine wirklich arbeitsintensive Zeit, jedoch ließen das wunderschöne Ambiente von Tivoli sowie die Freundlichkeit und Harmonie der kompletten Gruppe dies leicht in Vergessenheit geraten. Schöne Ausflüge in die Villa Adriana sowie zur Villa d’Este und Gregoriana boten den perfekten Ausgleich zur anstrengenden Arbeit an den Projekten.
Casa dell’Architettura, Rom © Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / J. Jancziak
Casa dell’Architettura, Rom
© Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / J. Jancziak

Sonnenuntergang in der Villa Adriana, Tivoli © Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / J. Jancziak
Sonnenuntergang in der Villa Adriana, Tivoli
© Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / J. Jancziak

Der Canopus in der Villa Adriana, Tivoli © Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / J. Jancziak
Der Canopus in der Villa Adriana, Tivoli
© Staatliche Museen zu Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung / J. Jancziak

Meine Kollegin Anna Monte und ich haben es uns daher nicht nehmen lassen, unsere Freunde vor Ort zu besuchen und den Studierenden viel Glück für ihre Präsentationen zu wünschen. Wir freuen uns schon jetzt darauf, im April 2016 den zweiten Workshop in Berlin ausrichten zu können und blicken mit Spannung auf die weitere Zusammenarbeit mit der Accademia Adrianea di Architettura e Archeologia Onlus.

Mehr Informationen zur Akademie gibt es hier oder auf Facebook.

1 Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen sehr tollen Beitrag. Ich kann mich erinnern, dass ich einmal mit meinem Kurs auch in einem Musuem war, wo wir beides angetroffen haben. Die Kunst des Archäologen und die Kunst vom Architekten. Es war ziemlich interessant, da ich mich allgemein von der Architektur faszinieren lasse.

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