Frisch eingetroffen: Bäume für die Terrasse der Neue Nationalgalerie

Trotz aller Bemühungen um den Erhalt jedes einzelnen Baumes mussten sie doch für die umfassende Sanierung der Neuen Nationalgalerie weichen. Nun hat ein Schwerlastkran sieben neue, große Bäume auf die Terrasse schweben lassen. Unsere Redakteurin Constanze von Marlin war vor Ort.

Text: schmedding.vonmarlin.

Die Bäume für die Terrasse der Neuen Nationalgalerie kommen aus der Baumschule Lorberg in Brandenburg. Dort sind die sieben bis neun Meter hohen Pflanzen zwischen 20 und 25 Jahren gewachsen. Die Silberahorne gehören heute zum Standardangebot, in den 1960er Jahren – zur Eröffnung des Museums – war diese aus Nordamerika stammende Baumart allerdings in Berlin eine Besonderheit.

© schmedding.vonmarlin
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Glücklicherweise kann dieser Großbaum, den der Architekt Ludwig Mies van der Rohe für die Terrasse ausgewählt hat, gut mit Trockenheit und Hitze umgehen und gehört zu den klimaresistenten Arten. Die Unterseite der Blätter ist behaart, wodurch der Baum vor großer Hitze geschützt ist, die auch durch Rückstrahlung vom Terrassenbelag abgegeben wird.

© Paul Dehniger, Hartmann Ingenieure GmbH
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Das Pflanzbett besteht aus einer Betonwanne, die mit einem Wurzelvlies ausgekleidet und einer Vegetationsschicht aus Erde mit Zusatzstoffen wie Lava oder Ton zur Speicherung von Wasser aufgefüllt wurde. So können sich die Wurzeln dort ausbreiten, ohne den Plattenbelag aus Granit zu beeinträchtigen. Bis zur Sommersonnenwende, also dem 21. Juni 2021, läuft die Probeanwachsphase – am Austrieb zeigt sich dann, ob sich die Bäume gut entwickeln.

Im Sommer dieses Jahres fand eine Bemusterung der Bäume in der Bauschule statt. Dieser Schritt geschah bewusst in einer Jahreszeit, in der die Bäume Laub tragen. Ein gerader Stamm und eine gleichmäßige Baumkrone waren nicht für alle Bäume das ausschlagende Kriterium für die Auswahl. Ein einseitig gewachsener Silberahorn wurde ausgewählt, weil er nun in der Nähe der Skulptur „Vier Vierecke im Geviert“ aus dem Jahr 1969 von George Rickey steht und seine Zweige dem beweglichen Kunstwerk nicht zu nahekommen dürfen. Die präzise Ausrichtung wurde dadurch erleichtert, dass die Bäume mit einem Kran auf die Terrasse gehoben wurden, an dem die Bäume mit Gurten unter den Ballen befestigt waren. Wie bei der gesamten Grundinstandsetzung der Neuen Nationalgalerie ist auch bei den organischen Elementen auf höchste Präzision geachtet worden.

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