Was macht eigentlich … Kyllikki Zacharias, Kuratorin der Sammlung Scharf-Gerstenberg

Bei den Staatlichen Museen zu Berlin arbeiten täglich hunderte MitarbeiterInnen daran, tolle Projekte auf die Beine zu stellen. Hier schauen wir ihnen über die Schulter, auf den Schreibtisch oder unter das Mikroskop. Dieses Mal: Kyllikki Zacharias, Kuratorin der Sammlung Scharf-Gerstenberg.

Woran arbeiten Sie gerade?
Nach der Einrichtung unserer Sonderpräsentation „Mit anderen Augen“, die, ausgehend von einem spektakulären Fundstück der Surrealisten – ein collagierter Wandschirm aus dem 19. Jahrhundert –, die Sammlung Scharf-Gerstenberg mit Werken aus der Sammlung der Nationalgalerie zusammenbringt, ist die Zeit gekommen, sich mit all dem zu beschäftigen, was einen der Surrealismus nur allzu gerne vergessen lässt: Leihanfragen wollen geprüft sein, Rechnungen bezahlt und ein Berg von E-Mails zu allen möglichen Themen beantwortet werden. Dazu gehören Fragen zu unseren Sammlungsbeständen ebenso wie Überlegungen zu unserem Besucherprogramm oder die Kontrolle unserer Klimawerte.

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?
Oftmals wie ein ganz normaler Büroalltag. Nur dass wir mit der Kunst über ein Gut verhandeln, dessen Bedeutung sich dem administrativen Denken nur allzu gerne entzieht – zum Glück!

Was mögen Sie am meisten an Ihrem Beruf?
Das Nachdenken über die Kunst und der Umgang mit ihr!

Und was am wenigsten?
Realien, die unseren Wünschen die Flügel stutzen.

Was ist das kurioseste oder aufregendste Erlebnis, das Sie mit Ihrem Job verbinden?
Reisen an entlegene Orte, für die Vorbereitung von Ausstellungen oder bei der Begleitung von Kunstwerken, die wir an andere Museen verleihen. Wann könnte man sonst in die Kellergewölbe des Archäologischen Museums von Neapel hinabsteigen, in denen die sonderbarsten Spolien zusammenfinden, oder die Depots des Ethnologischen Museums von Sankt Petersburg mit seinen unbekannten Schätzen durchwandern?

Letzte Frage: Was würden Sie nachts allein im Museum tun?
Die Kleider des Kunstgewerbemuseums durchprobieren und anschließend ein angenehmes Schlafplätzchen in einem Himmelbett suchen.

1 Kommentar

  1. Birgit Jochens - 17. Oktober 2016, 8:33 UHR

    Liebe Frau Dr. Zacharias,
    die neue Ausstellung mit den vielen unbekannten Malern ist ein großes Vergnügen. Herzlichen Glückwunsch!

    Birgit Jochens, Leiterin Museum Charlottenburg-Wilmersdorf a. D.

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