Was macht eigentlich … Sven Beckstette, Kurator im Hamburger Bahnhof

Bei den Staatlichen Museen zu Berlin arbeiten täglich hunderte MitarbeiterInnen daran, tolle Projekte auf die Beine zu stellen. Hier schauen wir ihnen über die Schulter. Dieses Mal: Sven Beckstette, seit 1. November 2016 Kurator für die Sammlung der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin.

Woran arbeiten Sie gerade?
Ich habe gerade erst am Hamburger Bahnhof angefangen und bin momentan noch vorrangig damit beschäftigt, mich in die Struktur des Hauses und die Sammlung der Nationalgalerie einzuarbeiten.

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?
Bei der Vorbereitung von Projekten sind Kommunikation und Informationsaustausch sehr wichtig. Deswegen besteht der Berufsalltag viel aus E-Mails-Schreiben, Telefonieren und regelmäßigen Besprechungen.

Was mögen Sie am meisten an Ihrem Beruf?
Natürlich den Umgang mit Kunstwerken und den Kontakt zu den Künstlerinnen und Künstlern. Und etwas ganz Besonderes ist immer der Aufbau von Ausstellungen: Wenn die verschiedenen Arbeiten von überall her eintreffen, aus ihren Kisten genommen und mit den anderen Werken schließlich gehängt oder platziert werden – das ist eine aufregende Zeit, die wirklich das Schönste an der Museumsarbeit ist!

Und was am wenigsten?
Neben den administrativen und organisatorischen Tätigkeiten bleibt häufig wenig Zeit, tiefergehender zu lesen. Auch die Produktion von Texten geschieht meistens eher nebenbei.

Was ist das kurioseste oder aufregendste Erlebnis, das Sie mit Ihrem Job verbinden?
Kurios ist manchmal die Klärung von Urheber- und Bildrechten. Wenn man zum Beispiel ein Siebdruckbild von Andy Warhol mit einem Elvis-Presley-Motiv in einem Katalog abdrucken möchte, reicht es nicht aus, die Andy Warhol Foundation um Freigabe zu beten. Auch der Nachlass von Presley muss um Erlaubnis gefragt werden.

Letzte Frage: Was würden Sie nachts allein im Museum tun?
Das kommt auf das Museum an. Wie wir aus dem Kino wissen, werden in manchen Museen die Exponate ja nachts lebendig. Da muss man in einem Museum für Naturkunde natürlich mehr aufpassen, als in einem Kunstmuseum. Wenn in dem Museum etwa die Videoarbeit „Luanda-Kinshasa“ von Stan Douglas liefe, würde ich mir diesen Film endlich einmal komplett ansehen wollen: Er dauert immerhin sechs Stunden und eine Minute. Da kommt man tagsüber einfach nicht dazu.

Stan Douglas' "Luanda-Kinshasa" Art Installation Video w/ Jason Moran from Triple Martini Productions, Inc. on Vimeo.

Foto: Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin / Fiona Geuss

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