Zehnerpack: Winter Tales

Für einen kühlen Kopf sorgt der Winter nicht nur durch eisige Temperaturen. Schneeweiße Landschaften, gefrorene Seen und endlose Weiten laden zu besinnlichen Spaziergängen ein. Wir haben euch die schönsten Winterlandschaften aus unseren Sammlungen zusammengestellt.

Johann Albrecht Dietzsch entführt uns in eine prächtige Winterlandschaft, die er im 18. Jahrhundert festhielt. Die Bäume und Erde, die Dächer der Häuser sowie die Berge im Hintergrund des Bildes sind von Schnee überdeckt. Der Fluss ist gefroren und voller Schlittschuhläufer*innen. Einige tanzen anmutig über das Eis. Es scheint, als ob sie schon eine Weile geübt hätten. Ob elegant wie ein*e Eiskunstläufer*in oder auf allen Vieren über das Eis: Ein großes Vergnügen ist Schlittschuhlaufen allemal.

Johann Albrecht Dietzsch: Winterlandschaft mit Schlittschuhläufern © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders
Johann Albrecht Dietzsch: Winterlandschaft mit Schlittschuhläufern © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders

Heinrich Vogelers Gemälde entführt uns nach Moskau, wo Minusgrade keine Seltenheit sind. Er malte Moskau 1939 in der winterlich abendlichen Dämmerung. Im Hintergrund schimmert der Kreml in goldenen Nuancen. Die Straßen sind voller Schnee und Eis. Autos und öffentliche Verkehrsmittel fahren sehr vorsichtig, um nicht davon zu schlittern. Wieder andere fahren mit einem von Pferden gezogenen Schlitten. Vielleicht das sicherste Fortbewegungsmittel im Winter?

Heinrich Vogeler: Moskau mit Kreml, 1939 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Eike Knopf
Heinrich Vogeler: Moskau mit Kreml, 1939 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Eike Knopf

Eine Burg auf einem Hügel, nur erreichbar über eine Brücke. Kann der Winter noch märchenhafter sein? Die Burg Eltz befindet sich in Westdeutschland und wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Die vielen Fenster, verwinkelten Türme und Erker deuten die Größe der Burg an. Einem Dornröschenschlaf gleichend, liegt das Gebäude inmitten einer friedlichen und zugleich melancholischen Landschaft. Der Winter hat das Gebäude und die Umgebung in Weiß und Grau getüncht. Um die Burg herrscht eine andächtige Stille.

Caspar Johann Nepomuk Scheuren: Burg Eltz an der Mosel, 1851 © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Volker-H. Schneider
Caspar Johann Nepomuk Scheuren: Burg Eltz an der Mosel, 1851 © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Volker-H. Schneider

Der Winter bereitet Vergnügen für Jung und Alt. Ausgiebige Schneeballschlachten, Schneemänner oder Schneeengel erfreuen sich besonders bei Kindern großer Beliebtheit. Auch im Gemälde von Adriaen van de Velde scheinen sich zwei Jungs auf eine Schneeballschlacht vorzubereiten. Einer der beiden geht bereits hinter einem Pferd in sichere Deckung. Einzig der Junge im Vordergrund des Bildes scheint noch nichts von seinem Glück zu ahnen.

Adriaen van de Velde: Winterlandschaft, 1670 © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie
Adriaen van de Velde: Winterlandschaft, 1670 © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie

Die Freude an der kalten Jahreszeit teilte auch Gerrit Battem, der 1684 ein winterliches Treiben um einen zugefrorenen Fluss festhielt. “Vergnügen auf dem Eise” lautet der Titel des Gemäldes, das eine Vielzahl von Szenen zeigt. Links sitzen an einem Baum gelehnt Männer, die sich angeregt unterhalten. In der Mitte scheint ein Paar leicht verlegen. Vielleicht ein erstes Date? Darum herum spielen Kinder mit Schlitten, andere tanzen ausgelassen auf dem Eis.

Gerrit Battem: Winter: Vergnügen auf dem Eis, 1684 © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders
Gerrit Battem: Winter: Vergnügen auf dem Eis, 1684 © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders

Auch das von Schnee bedeckte Dresden gleicht einem Wintermärchen. Gotthard Kuehl hielt die Dresdner Augustusbrücke von der Brühlschen Terrasse aus gesehen um 1900 fest. Die Promenade ist menschenleer, nur eine Person erkennt man schemenhaft mit einem Regenschirm. In der Ferne fallen die Augustusbrücke und Umrisse der Stadt ins Auge.

Gotthard Kuehl: Elbe und Augustusbrücke im Winter, von der Brühlschen Terrasse aus gesehen, 1900 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger
Gotthard Kuehl: Elbe und Augustusbrücke im Winter, von der Brühlschen Terrasse aus gesehen, 1900 © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Andres Kilger

Zugefrorene Seen werden leider immer seltener. Anthonie Beerstraten nimmt uns zumindest imaginär mit auf das Eis. Dicke Eisschollen scheinen sich gebildet zu haben, da sogar ein Pferd mit einem Schlitten die Abkürzung über den gefrorenen See nimmt.

Anthonie Beerstraten: Zugefrorener Fluss mit Schlittschuhläufern und Spaziergängern © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders
Anthonie Beerstraten: Zugefrorener Fluss mit Schlittschuhläufern und Spaziergängern © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders

Während wir uns heute oft nach Schneelandschaften sehnen, bedeutete der Winter früher oft mühevolle Arbeit. Um für ein warmes Zuhause zu sorgen, musste Brennholz besorgt werden. Eine solche Szene zeigt das Gemälde Heinrich Zilles aus dem Jahr 1895: Mit geeinten Kräften zieht ein Paar den mit Holz beladenen Schlitten zurück über einen verschneiten Hügel nach Berlin Schöneberg.

Heinrich Zille: Mann und Frau mit holzbeladenem Schlitten bei Berlin-Schöneberg, 1895 © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders
Heinrich Zille: Mann und Frau mit holzbeladenem Schlitten bei Berlin-Schöneberg, 1895 © Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders

Ein zugefrorener See, der bis an den Horizont reicht, inspirierte auch Barent Avercamp im 17. Jahrhundert. Am Himmel fliegt noch ein letzter verirrter Vogelschwarm, der sich zügig auf den Weg in den warmen Süden macht.

Barent Avercamp: Winterlandschaft mit zugefrorenem Fluss, 17.Jh. © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg. P. Anders
Barent Avercamp: Winterlandschaft mit zugefrorenem Fluss, 17.Jh. © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg. P. Anders

Nach Heinrich Vogelers winterlichem Moskau führt uns Johannes Beerstraaten zum Abschluss noch in eine andere Metropole: das eisige Amsterdam im Jahr 1660. Sogar das Wasser im Hafen verwandelte der Winter in eine Eisfläche. Einige Boote sind festgefroren und können vorerst nicht mehr ablegen. Dafür treibt es die Amsterdamer*innen auf das Eis.

Johannes Beerstraaten: Schlittschuhläufer auf dem Y vor dem Paalhuis in Amsterdam, 1660 © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders
Johannes Beerstraaten: Schlittschuhläufer auf dem Y vor dem Paalhuis in Amsterdam, 1660 © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders

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