Ein andalusisches IKEA für weltweite Gotteshäuser

So wie die skandinavische Wohnkultur mit IKEA-Möbeln Einzug in unsere Wohnzimmer erhalten hat, haben sich Elemente der andalusischen Baukunst über Jahrhunderte hinweg in Kirchen, Moscheen und Synagogen etabliert.

Text: Zinaida Ebden

Von der Koutoubia-Moschee in Marrakesch bis zur Neuen Synagoge in Berlin – weltweit begeistern imposante religiöse Bauten Architekturfans. Ihren Ursprung haben viele der vertrauten Architekturelemente im Andalusien des 8. – 15. Jahrhunderts. Der Stil, der sich dort entwickelte, prägt das moderne Europa bis heute.

Ein Beispiel für die andalusische Baukunst sind die hufeisenförmigen Fensterbögen aus Holz (Ajimez), die mit imposanten Maßen von ca. 2,50 m x 1,80 m sowie detailgenauen filigranen Schnitzereien bestechen.

Doppelfenster (Architekturelement), Spanien, 15. Jahrhundert, © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Islamische Kunst / Ingrid Geske
Doppelfenster (Architekturelement), Spanien, 15. Jahrhundert, © Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Islamische Kunst / Ingrid Geske

Das Besondere: Im sogenannten Mudéjar-Stil finden sich neben Stilelementen der islamischen Architektur auch Dekorformen der Romanik, Gotik und Renaissance. Diesen Stil schufen muslimische Künstler*innen, die im vormals islamischen Andalusien unter christliche Herrschaft gekommen waren, vorerst aber nicht zur Übernahme des Christentums gezwungen wurden.

Diese Künstler*innen errichteten Kirchen und weltliche Gebäude, griffen dabei auf christliches und islamisches Kulturerbe zurück und schufen damit beeindruckende Werke der Baukunst.

Neue Synagoge in Berlin
Neue Synagoge in Berlin
„Koutoubia-Moschee…“: Med Gharaba auf Unsplash.com
„Koutoubia-Moschee…“: Med Gharaba auf Unsplash.com

Diese Geschichte ist Teil des digitalen Adventskalenders des Museums für Islamische Kunst im Pergamonmuseum. Jeden Tag vom 1. bis zum 24. Dezember wird auf der Facebook-Seite des Pergamonmuseums unter dem Motto „Kultur on Tour“ eine Geschichte aus dem Museum für Islamische Kunst veröffentlicht.

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